Großraming
Zwischen Ennstal und den Wäldern im Nationalpark Kalkalpen liegt Großraming – ein Ort, an dem Weite spürbar wird. Ausgezeichnet als „Schönstes Dorf Oberösterreichs“ verbindet Großraming Ruhe mit echter Naturkraft. Hier beginnt der Tag mit frischer Waldluft und endet am Ufer der Enns, wo Wasser und Licht miteinander spielen.
Wandern, Radeln, Ankommen.
Rund um Großraming öffnen sich ausgedehnte Wälder, klare Gebirgsbäche und blühende Almwiesen. Ein dichtes Netz an verkehrsarmen Wegen führt Schritt für Schritt durch die Landschaft – ohne große Höhenunterschiede, dafür mit umso mehr Ausblicken. Der Ennsradweg begleitet das Tal, während sich dahinter die stille Waldwildnis des Nationalpark Kalkalpen erhebt.
Zwischen Naturerlebnis und gelebter Tradition entdecken Sie besondere Plätze: kleine Museen, Handwerk, regionale Geschichte und Orte, die von Generationen geprägt wurden. Großraming ist kein lauter Urlaubsort. Es ist ein Raum zum Durchatmen. Für Bewegung in der Natur. Für Begegnungen mit Landschaft und Menschen.
Großraming im Ennstal blickt auf eine lange Geschichte zurück, die eng mit Wald, Eisen und der Enns verbunden ist. Erste dichtere Besiedlungen entstanden zwischen 1200 und 1300. Der Ort gehörte ursprünglich zum Herzogtum Bayern und kam im 12. Jahrhundert zu Österreich; seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.
Die Region war Teil der historischen Eisenwurzen. Über Jahrhunderte prägten Kleineisenindustrie, Holzgewinnung und Flößerei das Leben der Menschen. Eisen vom steirischen Erzberg wurde in Mühlen verarbeitet, Holz als Brennstoff und Bauholz genutzt und auf der Enns bis nach Wien geflößt.
Kirchlich entwickelte sich Großraming früh: Um 1200 stand ein erstes Holzkirchlein, 1392 wurde der Ort eigene Pfarre. Die heutige Pfarrkirche geht auf einen gotischen Bau von 1513 zurück und wurde später barock erweitert.
Ein wichtiger Entwicklungsschritt war der Bau der Kronprinz-Rudolf-Bahn im Jahr 1869, der das Ennstal verkehrstechnisch erschloss und neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnet.
Seit 1918 gehört Großraming zum Bundesland Oberösterreich. Nach 1945 entwickelte sich die Gemeinde weiter als Wohn- und Pendlerort mit moderner Infrastruktur. Heute verbindet Großraming seine historische Prägung durch Eisen, Holz und Flusslandschaft mit Natur- und Freizeitangeboten im Ennstal.
Großraming ist offizieller Nationalpark-Ort im Nationalpark Kalkalpen. Von hier führen Wege ins Reichraminger Hintergebirge – eine der ursprünglichsten Waldlandschaften Österreichs. Ranger-Touren, Themenwege und stille Pfade verbinden Naturerlebnis mit Wissen über alte Buchenwälder und alpine Lebensräume. Natur, die nicht inszeniert wird, sondern einfach da ist.
Direkt im Ort beginnen Wanderungen in unterschiedliche Höhenlagen – vom gemütlichen Spaziergang entlang der Enns bis zu anspruchsvollen Touren Richtung Ennser Hütte oder in die Kalkalpen. Der Knappenweg erzählt von der Bergbaugeschichte, während stille Waldpfade in Richtung Nationalpark führen. Wandern in Großraming heißt: unterwegs sein zwischen Kulturraum und Wildnis.
Neben der Natur prägt Kultur das Ortsbild. Das Kutschenmuseum Gruber zeigt historische Fuhrwerke aus dem Ennstal. Die Pfarrkirche Großraming und die Brunnbachkirche erzählen von regionaler Baukultur. Großraming ist zudem bekannt für Kammermusik und Festivals – ein kultureller Treffpunkt im Herzen Oberösterreichs.
Die Enns prägt Großraming seit Jahrhunderten. Heute lädt sie zu Floßfahrten, Radetappen am Ennsradweg oder stillen Stunden am Ufer ein. Eine Hängeseilbrücke verbindet Fluss und Ort und öffnet neue Perspektiven auf das Ennstal. Wasser, das verbindet – Landschaft und Menschen.